Kundgebung: Solidarität mit Tbilisi Pride!

Am 10.7.2021 haben über 130 Menschen ihre Solidarität mit der „Tbilisi Pride“ in Saarbrücken gezeigt. Vor dem Rathaus wurde lautstark und bunt die Verbundenheit mit den Kämpfen der LGBTI-Community in Georgien und überall sonst gezeigt. In den Redebeiträgen von der Antifa Saar / Projekt AK, ConnAct Saar, Seebrücke Saar, My Body My Choice, Linksjugend [’solid] Saar wurde auf die vielfältigen Kämpfe hingewiesen. Den Redebeitrag von uns haben wir separat auf unserer Website veröffentlicht. Insgesamt war es eine kämpferische Kundgebung, die gezeigt hat, dass ein Erstarken der nationalistischen und klerikalfaschistischen Bestrebungen und Machenschaften hier nicht ohne Widerstand akzeptiert wird.

Wir danken allen Personen die mit uns demonstriert haben und hoffen euch bei zukünftigen Aktionen dabei zu haben. Wir werden euch hier oder auf Facebook auf dem Laufenden halten.

Redebeitrag: Solidarität mit Tbilisi Pride! Juli 2021

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde,

wir leben in einer Welt, in welcher wir Kundgebungen wie diese eigentlich jeden Tag abhalten müssten. Denn die aktuellen Ereignisse rund um den CSD in Tiflis sind nur eine Form, ein ganz augenscheinliches Auftreten von Queerfeindlichkeit und Heterosexismus.

Doch wenn wir uns das Bündnis anschauen, welches in Georgien gegen die Pride Parade vorgeht, dann ist das kein Bündnis, welches wir nur in Georgien sehen: Konservative, Faschist_innen und die Kirche marschieren gemeinsam, hetzen gemeinsam und wenden gemeinsam Gewalt an. Die Feinde der LGBTI-Bewegung berufen sich auf eine Heimat, eine patriarchale Gesellschafts- und Familienstruktur und den Willen eines Gottes, den es zu verteidigen gilt.

Dieses Bündnis mag global zwar nicht immer koordiniert agieren, und doch ist es überall. Was in Tiflis in den vergangenen Tagen geschehen ist, müssen wir aufs Schärfste verurteilen, müssen zumindest unsere Solidarität mit den Unterdrückten, Verfolgten und Opfern von Gewalt so deutlich machen wie es geht. Aber wir dürfen darüber hinaus nie die perversen Verhältnisse vergessen, in welchen queere Menschen in Europa, in Deutschland und im Saarland leben.

In der europäischen Union führt die polnische Regierung „homofreie“ Zonen ein, in Ungarn übernimmt Orban die Politik der staatlichen Verfolgung und offenen Diskriminierung von Putin und auch in den „liberalen“ westlichen Ländern sieht es kaum besser aus. Auch in Spanien lässt die Regierung nach dem homofeindlichen Mord an dem 24-jährigen Krankenpfleger Samuel in einem Nachtclub die Proteste, deren Losung lautet „Homophobie und Faschismus sind dasselbe!“ zum Teil niederprügeln. Und das obwohl sich die Regierung aus Sozialdemokraten und Linken verbal solidarisch zeigt. Das Beschränken auf leere Worte kennen wir genauso aus Deutschland. Man beteuert natürlich seine Solidarität. Man bleibt trotzdem der sechst wichtigste Handelspartner Georgiens. Wegen der Gewalt gegen die Protestierenden fließt nicht ein Tropen georgisches Erdöl weniger nach Deutschland, wird nicht ein Billigkleidungsstück weniger importiert. Und es wird nicht eine Person weniger nach Georgien abgeschoben. Wenn es um LGBTI-Menschen im Ausland geht, hatte Deutschland für diese nie mehr übrig als Lippenbekenntnisse.

Und damit sind wir auch bei jenen angekommen, welche zumindest im Stillen die Ereignisse in Georgien beklatschen: Auch in Deutschland existiert das Bündnis der Queerfeindlichkeit und des Heterosexismus aus Konservativen, Faschist_innen und den Kirchen. Und sie sind durchaus in der Mitte der deutschen Gesellschaft fest verankert, wenn man sich die Zahlen von queerfeindlichen Einstellungen in der Bevölkerung ansieht. Wenn 40% der Deutschen angeben, angewidert zu sein, wenn Männer sich in der Öffentlichkeit küssen, dann ist das der potentielle Beginn von Verfolgung.

Die Stichwortgeber sitzen ebenso wie die aktive Bewegung auch ganz konkret hier in Saarbrücken. Zwei Beispiele: Die CDU-Kandidatin für den Wahlkreis Saarbrücken und ehemalige und zweimal gewählte Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer, ist seit Jahrzehnten bekannt für ihre Ablehnung der Homo-Ehe und ihre Karnevalswitze über trans- und intergeschlechtliche Menschen. Für sie steht Homosexualität gleich neben Inzucht und Polygamie. Ausgezeichnet wurde sie dafür völlig zurecht zur „Miss Homophobia 2018“. Sie steht stellvertretend für die Politiker_innen, welche die aktive Bewegung flankieren, ihr Stichworte liefern und sie argumentatorisch zumindest indirekt in Schutz nehmen. Da können wir auch gerne unseren Oberbürgermeister Uwe Conradt mit hinein nehmen, der während in der Saarbrücker Partnerstadt die Pride zusammengeprügelt wird, damit beschäftigt ist, klerikale Kitschstatuen vor Saarbrücker Kirchen einzuweihen. Die Marketing-Aktionen der Stadt werden von ihm auf allen Kanälen zelebriert, zeitgleich gibt es zu Tiflis nur ein kleines, verstecktes Statement auf der Seite der Stadt. Und Konsequenzen sind sowieso keine angedacht.

Die aktive Bewegung in Saarbrücken hält sich gerne in der Nähe von Kreuzen auf: Saarbrücken ist einer der deutschen Hotspots der klerikalfaschistischen katholischen Piusbrüder, welche ihren orthodoxen Glaubensgenossen in Georgien in Sachen Hass auf queere Menschen in nichts nachstehen. Für sie sind Homosexuelle „Gestörte“, welche sie mit den Nazis und Hitler gleichsetzen. Dass die katholische Kirche auch in ihrer Gesamtheit und nicht nur in ihren radikalen Ausprägungen global an der Speerspitze der Bewegung des Hasses gegen alles nicht-heteronormative steht, muss gerade hier im Saarland, wo selbst liberal eingestellte Menschen oft meinen, die Kirche tue ja auch soviel Gutes, nochmal betont werden.

Auch in diesem Herbst werden die Piusbrüder wieder bei ihrem sogenannten „Marsch für das Leben“ ihre menschenfeindlichen Parolen auf die Saarbrücker Straßen tragen. Wir sind es, die abermals gefordert sind, sie zu stoppen!

Wir müssen gemeinsam den Widerstand gegen das Bündnis des Hasses organisieren und auf die Straßen tragen!

Solidarität mit allen Menschen, die aufgrund ihres Geschlechts und ihrer Sexualität verfolgt werden, egal ob in Saarbrücken oder international!
Solidarität mit Tblisi Pride!

Kundgebung:
Solidarität mit Tbilisi Pride!

Am Samstag, 10. Juli 2021 um 14 Uhr
Rathausplatz Saarbrücken

Am Montag dieser Woche wurde in Saarbrückens Partnerstadt Tbilisi (Georgien) die Absage der dortigen CSD-Demo gewaltsam erzwungen. Hunderte Nationalisten griffen vereint mit radikalen Christen Aktivistinnen und vermutete Teilnehmerinnen des „Tbilisi Pride“ an. Dutzende Menschen wurden verletzt, daß CSD-Büro vom Mob gestürmt und verwüstet. Polizei und Regierung machten deutlich, dass sie kein Interesse am Schutz der Parade haben und drängten die Veranstalter*innen zur Absage.
Gegen diesen nationalistischen und klerikalfaschistischen Terror werden wir am Samstag (vermutlich Rathausplatz) in Saarbrücken Stellung beziehen. Unsere Solidarität gilt den LGBTI in Georgien

Veranstalter_innen sind:

  • Antifa Saar / Projekt AK
  • ConnAct Saar

Kundgebung: Solidarität mit Israel! Hamas-Terror stoppen – Antisemitismus bekämpfen!

Am 17.5.2021 versammelten sich rund 70 Antifaschist_innen in der Innenstadt von Saarbrücken, um ein deutliches Zeichen gegen die grassierende antisemitische Barbarei zu setzen.
Hier dokumentieren wir unseren Redebeitrag.
Wir bedanken uns bei den Genoss_innen aus den Gruppen Antifa Saar/Projekt AK, Linksjugend [’solid] Saar, CriThink! e.V., FemUp!, DIG Saar, Grüne Jugend Saar und Omas gegen Rechts für die gelungene Kundgebung.

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Solidarität mit Israel! Hamas-Terror stoppen – Antisemitismus bekämpfen!

76 Jahre nach der Befreiung Europas vom Terror des Nationalsozialismus treibt der unverändert tief verwurzelte Antisemitismus die Feinde Israels auf die Straßen.
Während die Hamas seit Tagen Israel mit tausenden von Raketen beschießt und dabei den Tod von israelischen Zivilist_innen zum Ziel hat, ziehen in Deutschland Antisemit_innen vor Synagogen und skandieren ihre judenfeindlichen Parolen. „Solidarität mit Israel! Hamas-Terror stoppen – Antisemitismus bekämpfen!“ weiterlesen

Zum 1. Mai 2021:

Der internationale Arbeiter_innenkampftag wird seit 131 Jahren global begangen. Der 1. Mai begann ab 1890 als Kampftag für den 8-Stunden-Tag und entwickelte sich zum festen Datum, an dem die arbeitende Klasse ihre okönomischen und politischen Forderungen auf die Straßen der Welt trug. Von Beginn an war auch die Verteidigung der Gesundheit der Arbeiter_innen ein wichtiger Teil dieses Kampfes! „Zum 1. Mai 2021:“ weiterlesen

Online-Vortrag | 1. Mai 2021 | 19 Uhr

 

Der 1.Mai in Deutschland: Kampftag der internationalen Arbeiter_innenklasse – Tag der (deutschen) Arbeit

Vom größten Teil der Bevölkerung wird der 1. Mai heute in Deutschland als unpolitischer Tag zum Wandern oder Entspannen genutzt. Dieser Tag verweist jedoch wie kaum ein anderer, historisch wie aktuell, auf die lange Geschichte der Klassenkämpfe „Online-Vortrag | 1. Mai 2021 | 19 Uhr“ weiterlesen

Zum ZeroCovidAktionstag:

Zum #ZeroCovidAktionstag am 10. April versammelten sich um die 120 Menschen vor der Saarländischen Staatskanzlei, um gegen die menschenverachtende Coronapolitik der Regierung zu protestieren. Während die dritte Welle – die der Mutanten – an Schwung gewinnt, seriösen Prognosen zufolge auch bereits nicht mehr aufzuhalten ist, ist das Saarland seit ein paar Tagen „Modellregion“. Die saarländische Landesregierung erklärt allen Warnungen von Wissenschaft, Medizin und Mathematik zum Trotz, die Pandemie als nahezu beendet oder wenigstens aber als unter Kontrolle. „Zum ZeroCovidAktionstag:“ weiterlesen