
Die fürchterlichen Meldungen der letzten Monate und Jahre sprechen eigentlich für sich: Vermehrte Femizide, die „Epstein Files”, körperliche Angriffe auf queere Menschen, massiver Sozialabbau, das brutale Vorgehen des iranischen Regimes gegen Demonstrierende sowie Angriffe von Dschihadisten auf die kurdische Selbstverwaltung in Rojava. Diese Liste ließe sich noch viel länger fortführen, denn dies ist kein Ausnahmezustand, sondern der Normalzustand von Patriarchat und Kapitalismus!
Wenn ich mit anderen Frauen über diese Nachrichten und ihre Erfahrungen spreche, bleibt allzu häufig das Gefühl von Lähmung, Verzweiflung, Fassungslosigkeit.
Die eigenen und kollektiven Erfahrungen, was es heißt, als Frau in dieser Gesellschaft zu leben und zugerichtet zu werden, kombiniert mit dem Wissen über das Leid von so vielen Frauen weltweit, gehen oft über die Grenzen des Aushaltbaren hinaus.
Wir als Feministinnen sagen:
Wir wollen diese Zustände gar nicht aushalten!
Wir nehmen diese Zustände nicht länger hin!
Wir kämpfen gegen diese Zustände an!
Wir kämpfen für die Befreiung aller Frauen!
Wir als Connact stehen für Feminismus, Antifaschismus und Kommunismus – ich will kurz versuchen zu erklären, warum diese Säulen für uns im feministischen Kampf entscheidend sind:
Wir erleben weltweit ein Erstarken rechter und reaktionärer Kräfte. Hierzulande wird die AfD mit ihren völkisch-nationalistischen Herrschaftsfantasien immer stärker, rechte Ideologien sind längst normalisiert im gesellschaftlichen Diskurs. Schon lange müssen Rechte und Faschos keine ernsthaften Konsequenzen befürchten, wenn sie ihren antifeministischen Scheiß verbreiten.
Die frauenfeindliche Ideologie der rechten Kräfte bildet gleichzeitig den Nährboden für die zunehmenden körperlichen Angriffe auf Frauen und auch Queers: Im Schnitt wird täglich eine Frau Opfer eines Femizids und mindestens jede dritte Frau erlebt sexuelle oder körperliche Gewalt – das sind Millionen von uns. Und die Dunkelziffer liegt weit höher. Zusätzlich gab es im letzten Jahr in Deutschland über 2000 queerfeindliche Straftaten – darunter mindestens zwei Tötungsdelikte.
Doch nicht nur hierzulande, weltweit treiben rechte Kräfte den antifeministischen Backlash voran, und es kommt zu massiven Einschränkungen von Frauenrechten – ob in Ungarn, den USA oder in Argentinien. In Rojava, wo Frauen mit den YPJ eine Revolution der Gleichberechtigung aufgebaut haben, greifen verstärkt türkisch gestützte HTS-Milizen an und erzwingen Islamisierung. Diese Angriffe zielen direkt auf die Frauenrevolution, um patriarchale Kontrolle wiederherzustellen.
Wir stellen also fest: Rechte und reaktionäre Kräfte stellen überall eine akute Bedrohung für die hart erkämpften Errungenschaften der Frauenbewegung dar, für die körperliche Selbstbestimmung und schlicht für die körperliche Unversehrtheit von Frauen und Queers.
Es braucht einen entschiedenen antifaschistischen Kampf, der sich dem entgegenstellt!
Wir solidarisieren uns mit allen progressiven Kräften, die weltweit gegen Faschismus und Islamismus kämpfen!
Hoch die internationale Solidarität!
Rechte und faschistische Ideologien entstehen aber nicht im luftleeren Raum. Sie sind Ausdruck einer Gesellschaft, die auf Konkurrenz, Ausbeutung und Ungleichheit aufgebaut ist. Wenn Krisen sich zuspitzen, wenn soziale Unsicherheit wächst, dann versuchen rechte Kräfte, die Wut der Menschen umzulenken – weg von den eigentlichen Ursachen und hin zu Frauen, Queers oder Migrant:innen. Damit spalten sie die Unterdrückten und stabilisieren genau die Verhältnisse, die diese Ungerechtigkeiten hervorbringen.
Wir als Kommunist:innen wissen aber, wie der eigentliche Hauptfeind zu benennen ist: bürgerlicher Staat und kapitalistische Klassenherrschaft!
Der kapitalistische Staat profitiert von der nationalistischen und antifeministischen Ideologie rechter Kräfte. Deren Parole „Zurück an den Herd!“ heißt: Frauen sollen ihre angeblich natürliche Rolle der kümmernden Mutter und Ehefrau erfüllen – also kostenlos reproduzieren, pflegen, versorgen.
Der kapitalistische Staat profitiert von kleinbürgerlichen Familienmodellen und Unterdrückung. Prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen sowie patriarchale Ideologien verstärken die Abhängigkeit von Frauen. Nicht nur werden sie in die Reproduktionsarbeit gedrängt, sondern sie fungieren zusätzlich auf dem Arbeitsmarkt als billige Reservearmee.
Der kapitalistische Staat profitiert von der Spaltung der Arbeiter:innen nach Geschlecht – so wird versucht, den gemeinsamen Kampf gegen die Klassenherrschaft zu brechen.
Darüber hinaus:
Der bürgerliche Staat beansprucht mit seinen Gesetzen – etwa im Bereich Abtreibung – weiterhin die Kontrolle über den weiblichen Körper. Er beansprucht das letzte Wort darüber, ob wir gebären und wie wir leben wollen.
Der bürgerliche Staat ist nicht interessiert an einer wirklichen Autonomie von Frauen. Jedes Zugeständnis und jede Errungenschaft, die die Lage von Frauen zumindest verbessert, musste immer hart erkämpft werden – mit Streiks, Organisierung und Kampf! Und jeder „feministische Anstrich“, mit dem er sich heute schmückt, gilt nur so lange, wie er nicht seine eigene Herrschaft gefährdet.
Der bürgerliche Staat als ideeller Gesamtkapitalist organisiert die Ausbeutung von Frauen, diszipliniert mit Gesetzen, Polizei und Familie, oft verkleidet im vermeintlich feministischen Gewand. Liberale Leitbilder wie „Frauen in Chefetagen“ lassen die Mehrheit in prekären Verhältnissen: Pflegerinnen, Erzieherinnen, Reinigungskräfte, Logistikarbeiterinnen. Feminismus heißt deshalb auch: Klassenkampf im Betrieb – in Kitas, Krankenhäusern und in der Produktion!
Auch in seiner Außenpolitik zeigt der deutsche Staat sein imperialistisches und antifeministisches Gesicht. Waffenexporte in die Türkei, Bundeswehreinsätze im Libanon, Erdgaslieferungen aus Katar oder Flüchtlingsabkommen mit Libyen – Deals mit Regimen, die Frauen brutal unterdrücken. Deals, um Einflusssphären, Macht und Profite zu stabilisieren und auszuweiten.
Unser Ziel ist daher die Zerschlagung des kapitalistischen Staates!
Unser Ziel ist und bleibt die Emanzipation der Frau und die befreite Gesellschaft – wo Produktion und Reproduktion kollektiv, nach Bedürfnissen organisiert werden und niemand über unsere Körper verfügt.
Zerschlagt den bürgerlichen Staat, zerschlagt den Kapitalismus, zerschlagt das Patriarchat! Für die Befreiung der Frau, für die Befreiung aller unterdrückten und ausgebeuteten Menschen!
Abschließend können wir feststellen: Unsere Feinde, unsere Herausforderungen sind gewaltig, aber sie sind nicht unüberwindbar!
Ihre Macht beruht auf unserer Vereinzelung. Sobald wir uns zusammenschließen, organisiert handeln, werden wir zur realen Gefahr und Gegenmacht. Daher: Organisiert euch bei uns oder bei anderen lokalen feministischen Gruppen wie womendefendrojava, kommt zum Offenen Feministischen Treffen und vernetzt euch.
Seid solidarisch untereinander, helft einander, seid füreinander da, aber vor allem: Werdet wütend, kämpft gemeinsam und jeden Tag dafür, dass diese elenden Zustände enden! Nicht als vereinzelte „starke Frauen“, die sich irgendwie durchbeißen, sondern als kollektive Kraft, die diese Verhältnisse sprengt.
Befreit euch vom kapitalistischen und patriarchalen Joch!
Seid jetzt, heute, laut und kämpferisch, nehmt euch die Straße!
Gegen jeden Antifeminismus und für die Emanzipation!
